Wie werde ich Schriftstellerin? Unsere Autoren erzählen ihre Geschichten ...

Schriftstellerin – für viele ein Traumberuf, der bedeutet: Bestseller zu schreiben, Literaturpreise zu gewinnen, eine Menge Geld zu verdienen, Lesereisen zu machen und sonst nichts tun, außer schreiben, schreiben, schreiben und auf den vielen Partys, auf die man selbstverständlich eingeladen wird, auf die Frage „Was machst Du so?“, lässig zu antworten: „Ich bin Schriftstellerin.“ Bewunderung gibt’s dann gratis dazu.

Doch die Wirklichkeit sieht natürlich anders aus. Es gibt sicher Glückliche, die mit einem Buch über Nacht berühmt werden, aber das ist die seltene Ausnahme. Oder ein PR-Gag.

Selbst wenn man es geschafft hat, ein Buch zu veröffentlichen, bedeutet das nicht, sich relaxt zurückzulehnen und vom Erlös – der natürlich immer vom Verkauf der Bücher abhängt – dolce vita zu genießen. Die meisten haben einen sogenannten Brotberuf, das heißt, irgendeinen Job, der ihnen ihren Unterhalt sichert. Daneben muss man viel lesen und soviel Zeit wie möglich fürs Schreiben aufbringen.

Der lange Weg zum eigenen Buch könnte so aussehen: Kurztexte schreiben, längere Texte schreiben, bei der Schülerzeitung mitmachen, Texte Freunden geben, mit der Bitte um konstruktive Kritik, in eine Schreibwerkstatt gehen, im Internet recherchieren, Texte an Literaturzeitungen schicken, an Wettbewerben teilnehmen, Ideen für den Debüt-Roman sammeln, Entwürfe zigmal überarbeiten, ein Manuskript schreiben, dieses wieder netten Menschen zum Lesen geben, Verlage auskundschaften, Manuskripte gezielt an Verlage versenden, und nach vielen freundlichen Absagen trotzdem nicht aufgeben. Hat man Erfolg, sprich interessiert sich ein Lektor für das Manuskript, dann wird ein Vertrag gemacht. Mit dem Lektor wird das Manuskript solange überarbeitet, bis es in den Druck geht.
Und dann heißt es Damen drücken und hoffen, dass viele Menschen das Buch kaufen!

Kleines Verlagslexikon:

Was schickt man einem Verlag?
Wenn man ein Buch geschrieben hat, schickt man ein oder zwei Kapitel an einen Verlag, der prüft, ob die Geschichte ins Verlagsprogramm passt und natürlich, ob sie gut geschrieben ist. Neben diesen Probekapiteln fügt man noch ein sogenanntes Exzerpt bei. Das ist eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Gedanken zur Geschichte und zählt die Gründe auf, warum man denkt, dass die eigene Geschichte ins Programm passt und vor allem, warum man glaubt, dass die Geschichte eine Leserschaft haben wird. Für einen Verlag, der vom Verkauf von Büchern lebt, ist es natürlich wichtig, Bücher zu machen, die sich auch verkaufen werden.

Was ist ein Lektor?
Ein Lektor ist ein Angestellter oder freier Mitarbeiter eines Verlags, dessen Aufgabe es ist, vorgelegte Manuskripte zu beurteilen, zu redigieren und zu bearbeiten. Die meisten Lektoren haben ein Hochschulstudium absolviert und bereits während des Studiums praktische Erfahrungen in Verlagen gesammelt.

Irene Zimmermann

Ich möchte Euch Irene Zimmermann vorstellen. Irene Zimmermann, 1955 in Ravensburg geboren, hat Deutsch und Politik in Freiburg studiert und danach viele Jahre als Lehrerin gearbeitet. Nebenbei hat sie ihr erstes Kinderbuch geschrieben und war seitdem vom Schreibfieber gepackt. Heute schreibt sie nur noch und Henri, die wohl beliebteste Figur aus der Reihe Freche Mädchen - freche Bücher hat inzwischen viele Fans!

Wann haben Sie mit dem Schreiben begonnen? Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?
IZ: „In meiner Grundschulzeit! Leider habe ich das Meisterwerk nach etwa sieben Seiten aus den Augen verloren ...“

Gab es Vorbilder?
IZ: „Meine Klassenlehrerin, Fräulein Kalinke! Die hat nämlich auch bei Thienemann geschrieben - ich wollte so werden wie sie!“

Was tun Sie bevor sie anfangen zu schreiben?
IZ: „Typische Übersprungshandlungen: Telefonieren (stundenlang), Aufräumen, Kuchen backen.“

Wie lange arbeiten Sie an einem Buch?
IZ: „Das wüßte ich auch gerne!“

Haben Sie alles selbst erlebt, was sie erzählen?
IZ: „Schön wär's, zumindest bei den Liebesgeschichten.“

Welches Ihrer Bücher ist Ihr Herzenskind und warum?
IZ: „Immer das aktuelle! An das kann ich mich immer besonders gut erinnern!“

Woher wissen Sie, was Jugendliche interessiert?
IZ: „Egal, ob 70er-Jahre-Tapete oder High Tec-Generation: mit 13, 14 ist es doch immer wichtig, ob einen der süße Junge aus der Parallelklasse auch nett findet.“

Fanden Sie die Pubertät eine schwierige Zeit?
IZ: „Pubertät ist einfach blöd, weil einen außer der besten Freundin meist niemand versteht.“

Was raten Sie Menschen, die Schriftsteller/in werden wollen?
IZ: „Schreiben, schreiben, schreiben.“

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