Freche Mädchen in fremden Ländern

Neuseeland, Australien, USA ... Wer träumt nicht davon, dort für eine Weile zu leben? Schüleraustausch ist da eine gute Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen. Die meisten, die sich dafür entscheiden, gehen zwar erst mal nach England oder Frankreich, aber auch das ist schon ziemlich aufregend. Vier Mädels schrieben uns, wie sie spannende Wochen als Austauschschülerinnen erlebt haben.
Sich in einer fremden Sprache verständlich zu machen, ist schon schwierig genug. Und das in einem Land, dessen Kultur ganz anders sein kann. Aber die Herausforderung lohnt sich, denn man entwickelt dadurch Verständnis für Menschen anderer Nationen und trägt somit auch zur Völkerverständigung bei.

Doch bevor’s losgeht, stellt sich erst mal die Frage, zu welcher Gastfamilie man kommt. Da werden entweder Lose mit Namen gezogen, Lehrer teilen die Gastpartner zu oder die Schüler können ihre Wunschfamilie in einem Formular angegeben. MissCappucino, die in der 6.Klasse in England war, beschreibt diesen spannenden Moment: „Ein paar Wochen später bekamen wir einen Zettel geschickt, wo drauf stand, was wir mitnehmen sollten, und darauf stand der Name meiner Gastfamilie. Ihr könnt euch vorstellen wie aufgeregt ich war, als ich den Zettel in den Händen hielt!“
Die Zuteilung nach Geschlechtern wird heutzutage jedoch nicht mehr so streng geregelt. So kann es durchaus sein, dass ein Mädchen einen Jungen als Gastschüler bekommt – einfach weil’s nicht aufgeht. Die Schüler können sich aber auch selbst entscheiden, wen sie bei sich beherbergen wollen.

Die Vorstellung, bei einer fremden Familie zu leben, kann natürlich auch ein bisschen unsicher machen. „Am meisten Angst hatte ich davor, dass ich mich vielleicht ausgeschlossen fühle“, erzählt Carina. „Aber Marvin war von Anfang an voll nett, seine Familie auch, und alle haben extra langsam gesprochen.“
„Zoff gab es eigentlich nie, nur manchmal geht einem einfach der Gesprächsstoff aus, weil die Interessen dann doch zu verschieden waren“, berichtet Wolkenkranich.
Dass es jedoch unerlässlich ist, die Sprache einigermaßen zu beherrschen, weiß Dani allzu gut. Sie hatte zwar beim Austausch nicht mitgemacht, aber viel Kontakt mit der französischen Austauschschülerin ihrer Freundin. Nach nur einem Jahr Unterricht in der andern Sprache klafften aber noch gewaltige Lücken, die eine Unterhaltung recht schwierig machten. „Es war, ehrlich gesagt nervig, da sie kaum etwas verstanden hatte. Und alles in Zeichensprache zu erklären, war ziemlich anstrengend“, so Dani.

MissCappucino kann jedem nur empfehlen, an einem Austausch teilzunehmen. „Mein Englisch ist viel besser geworden, aber vor allem die Erfahrungen im Alltag und die kleinen Abenteuer haben mich geprägt. Außerdem war es mein erster Urlaub ganz ohne Eltern und mit der besten Freundin! Mal ehrlich: Was gibt’s Schöneres?“ schwärmt sie. Diese Erfahrung teilt auch Carina, die in der 9.Klasse in Frankreich war. „ Ich habe nette Leute kennen gelernt und gemerkt, dass Franzosen schon anders leben als wir. Die Schule ging ewig lang und mittags gab es nichts Warmes zu essen wie bei uns, aber daran habe ich mich schnell gewöhnt. Außerdem habe ich meine Sprachkenntnisse aufgebessert und deswegen in der letzten Franz eine Zwei geschrieben.“

Und nach dem Austausch? Blieben die Sprachschülerinnen in Kontakt? „Ja, ich schreib noch regelmäßig E-Mails an Marvin und seine große Schwester“, berichtet Carina. „Nein, leider nicht. Sie haben keine Adressen von uns“, bedauert MissCappucino. Lust, nochmals an einem Austausch teilzunehmen, haben auf jeden Fall alle. Und wohin soll’s gehen? „In der Oberstufe werde ich wahrscheinlich ein Auslandsjahr in Australien machen - mein Traum!“ verrät MissCappucino. Und Carina erzählt: „Ich würde gerne mal nach Neuseeland oder Irland. Für 2008 habe ich mich schon beworben, dann jedoch für ein Jahr. Darauf freue ich mich schon. Bisher war ich nur zwei Wochen weg. Ein Jahr ist da doch ein ziemlich großer Schritt.“ Na dann: Good luck!