Sabine Both und Frank M.Reifenberg – ein perfektes Doppel

Sabine Both und Frank Reifenberg verstehen sich superWie sind Sie dazu gekommen, zusammen ein Buch zu schreiben? Wer hatte die Idee dazu?
„Wir kannten uns schon einige Jahre flüchtig über gemeinsame Freunde, als wir zufällig beide an der Internationalen Filmschule Köln das Drehbuchschreiben gelernt und danach den selben Beruf ergriffen haben. Schwups, da waren wir also beide Autoren, und da wir nun ähnliche Glücks- und Frustgefühle teilten, brachte uns das einander schnell näher. So wurden wir Freunde und hatten irgendwann die Idee, zusammen Drehbücher zu schreiben. Geteiltes Leid ist nun mal halbes Leid und geteilte Freude wiegt zum Glück doppelt! Und weil die Zusammenarbeit wunderbar geklappt hat, und weil wir da bereits beide beim Thienemann Verlag Bücher geschrieben haben, lag ein gemeinsames Romanprojekt nah. Der Thienemann Verlag hatte mit Brinx/Kömmerling ja schon ein Doppel-Buch herausgebracht, also haben wir diese Idee noch einmal aufgegriffen."

Wie fanden Sie ein gemeinsames Thema?
„Das Thema an sich war ja klar, weil das eine Buch in der Jungsreihe „Für Mädchen verboten“, das andere bei „freche Mädchen-freche Bücher“ erscheinen sollte. Also, komische Hormone, komische Eltern und noch komischere Irrwege zur ersten Liebe. Die Geschichte haben wir dann bei Kaffee und Kuchen zusammen entwickelt. Zum einen musste jedes Buch für sich stehen, zum anderen sollte es dem Leser später aber vor allem Spaß machen, die Bücher parallel zu lesen. Wir mussten also eine Geschichte finden, die, aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, sehr verschieden empfunden werden kann."

Gibt es regelmäßige Treffen, um sich zu besprechen? Wie sehen die aus? Wo finden sie statt?
„Meistens haben wir uns über E-Mail ausgetauscht, oder am Telefon. Ab und zu gab es dann Besprechungen mit irgendwas Leckerem auf dem Tisch. Da wir Luftlinie knapp einen Kilometer auseinander wohnen, war es nicht schwer, ständig in Kontakt zu bleiben."

Wie teilt man die Aufgaben auf?
„Gerecht! *grins. Sabine war mehr fürs Mädchenbuch und Frank mehr fürs Jungsbuch zuständig."

Sabine Both und Frank ReifenbergLiest man gegenseitig Korrektur?
„Ja, klar."

Was war schwierig?
„Eigentlich nichts. Wir sind zum Glück beide ziemlich kompromissfähig und recht uneitel. Das gemeinsame Ziel stand immer im Vordergrund."

Was war leichter als allein ein Buch zu schreiben?
„Einerseits ja, andererseits nein. Es ist wunderbar, sich die Arbeit, den Spaß, die Krisen zu teilen. Es bedeutet aber auch, nicht „einfach sein Ding“ durchziehen zu können, und bei zwei Büchern den Überblick zu behalten ist anstrengender."

Gibt es Punkte, bei denen Sie nicht einer Meinung waren?
„Grundsätzliche Dinge nicht, in Kleinigkeiten sicher. Aber die waren so schnell geklärt, dass uns im Nachhinein gar keine mehr einfallen."

Was haben Sie dann gemacht? Streichhölzer gezogen?
„Entweder konnte der eine den anderen schnell überzeugen, oder wir haben abwechselnd mal nachgegeben. Das ging aber alles ganz selbstverständlich, ohne lange Diskussionen und rauchende Köpfe. Wir mögen es zum Glück beide unkompliziert und effektiv."

Was ist wichtig, wenn man zusammen ein Buch schreiben will?
„Dass man sich leiden kann. Dass man leiden kann, wie und was der andere schreibt. Dass man einigermaßen ähnlich denkt und tickt. Dass man auf Augenhöhe ist, sich gegenseitig respektiert. Dass man sich auf den anderen verlassen kann, was Zuverlässigkeit bei Absprachen und Terminen angeht. Und ganz wichtig, dass man zusammen lachen kann, wenn’s kompliziert wird."

Wie lange dauert der Denk- und Schreibprozess?
„Wir denken kurz und schreiben bald. Insgesamt haben wir ungefähr drei Monate gebraucht."

Sabine Both und Frank Reifenberg

Was hat Spaß gemacht?
„ Zu sehen, wie unterschiedlich das andere Geschlecht tickt! Das Lesen des neusten Kapitels vom anderen, dabei spontane Lachanfälle vor dem Bildschirm zu bekommen. Sich über die gemeinsame Arbeit noch besser kennen und schätzen zu lernen. Wenn Franks Hund Gomez uns mit seinem Kugelfisch genervt oder durch die Gegend gepupst hat und Sabines Kater Kasimir durch nervtötendes Dauermaunzen und um die Füße streichen jedes Weiterarbeiten unmöglich machte."

Was war vielleicht nicht so toll?
„Als wir einmal den Fehler gemacht haben, Gomez (ein riesiges weißes Kraftpaket) in das Hoheitsgebiet von Kasimir (ein dürrer, schwarzer Senior) zu lassen. Kasimir hat den armen Gomez so lange mit Buckel und aufgestellten Haares umkreist und befaucht, bis der sich winselnd zwischen unseren Füßen in den letzten Winkel unter dem Schreibtisch geflüchtet hatte. Tja, es kommt eben doch nicht immer auf die Größe an!
Aber sonst gab´s nix zu meckern. Sonst würden wir sicher nicht schon an unserem nächsten gemeinsamen Projekt sitzen. Ein Roman für die neue Reihe „Ich bin Ich“, wieder aus zwei Perspektiven, diesmal aber unter einem Buchdeckel.
Glücklicherweise pupst Gomez jetzt nicht mehr (ein Problem weniger!) und trägt nur noch seinen neuen Lieblingsplastikquietscheball (der den Plastikkugelfisch abgelöst hat) durch die Gegend. Quietschefußball? Oh ja! Ein neues Problem! Quieks!"