Mein allergrößter Traum

     Ich stehe in der vordersten Reihe und schaue den Läufern, welche gerade eine Stafette durchleben, zu. Meine kleine Schwester steht neben mir und heult, weil es ihre Gruppe nicht ins Finale geschafft hat. Ich finde das eher witzig. Gegenüber stehen die Eltern meines alten besten Kumpels, den ich total vermisse. Der Lehrer kündigt gerade an, wie die Zeiten der Mannschaften waren, als ich plötzlich einen Lufthauch an meinem Ohr wahr nehme und sich fremde Hände um meinen Bauch schlingen. Erschrocken drehe ich mich um. Da steht er. Rocco, mein alter bester Freund. Das Blut schießt mir in die Wangen wie eines der schnellsten Rennautos und meine Knie fangen an zu zittern. Ich will etwas sagen, doch es kommt kein Wort aus meinem Mund. Ich nehme einen Knall wahr und die Menge fängt an zu jubeln. Rocco packt mich, zieht mich auf die Seite, nimmt meine Hände und fängt an mich zu küssen. Jetzt fangen auch noch meine Hände an zu zittern und noch mehr Blut strömt in meinen Kopf. Um uns herum stehen Menschen die immer noch jubeln und mit der Zeit ist es mir egal, was um mich herum passiert. Ich denke mir, dass es einfach zu schön ist, um wahr zu sein. Plötzlich hört Rocco auf mich zu küssen und sieht mich irritiert an, so als ob er meine Gedanken lesen kann. „Was ist denn? Warum hörst du gerade dann auf, wenn es am schönsten ist?“. Fragend schaue ich ihn an. Er schaut sich um: „Ich hätte dich gar nicht erst küssen dürfen. Ich weiß ja wie du zu dem stehst, und das verstehe ich auch.“ „Was meinst du jetzt damit?“, ich schaue noch viel fragender. Sein Blick trifft gerade auf meinen und ich kann erkennen, dass er feuchte Augen hat. „Du hast mir mal gesagt, du würdest nur deinen Freund küssen und als wir zusammen waren hast du es ja auch nicht getan. Das hat mir eher das Gefühl gegeben, dass du mich überhaupt nie küssen wolltest. “, erzählt er mir, während eine Träne seine Wange hinunter läuft. Ich versuche in zu trösten: „Ja das stimmt schon. Jedoch wollte ich dir nie wehtun und ich hatte einfach Angst dich zu verlieren, weil ich nicht gut küssen kann. Ich dachte du machst dann gleich Schluss und willst mich nie wieder sehen. Es tut mir soo leid! Glaub mir bitte.“ Ich wische Ihm die Träne weg und er nimmt mich in den Arm. „Du hast doch einen Knall. Als würde ich dich nie wieder sehen wollen, nur weil der erste Kuss daneben geht. War der etwa so schlimm?“ Ich schüttelte den Kopf und wir küssen uns ein zweites Mal. Urplötzlich tippte jemand auf meine Schulter. Überraschender Weise war es unser alter Lehrer, welcher wissen will, was wir hier tun. Rocco, der manchmal echt nicht versteht was um sich passiert, erklärt ihm im ernsthaft was ein Kuss ist. Ich muss lachen und der Lehrer schüttelt den Kopf. „Ja das weiß ich auch. Aber warum grade ihr? Ich dachte ihr versteht euch nicht?“ Rocco nickt und ich versuche etwas zu sagen, doch da kommt auch schon meine kleine Schwester und redet mir rein: „Sie lieben sich, wollen es aber nicht zugeben und beide denken die andere Person kann sie nicht ausstehen.“ Unser Ex-Lehrer nickt, schaut uns fragend an und abrupt grinst er. „Jaja, das kann sicher ein langes Gespräch werden. Ich wünsch euch viel Spaß dabei. Bis dann.“ Er dreht sich um und geht. Ich immer noch lachend: „Warum sollte jetzt ein langes Gespräch entstehen? Das was jetzt war wird sich doch nicht wiederholen. Oder?“ Rocco etwas beleidigt: „War es doch nicht schön? Keine Ahnung warum ein langes Gespräch, doch ein kleines muss wohl sein.“ Ich nicke, höre auf zu lachen und lasse seine Hände los. „Ich weiß ja, dass wir uns in letzter Zeit nicht wirklich verstanden haben. Doch weiß ich auch, dass wir uns immer besser verstehen“, meint er, während er meine Hände anstarrt. Ich zucke mit den Schultern. „Naja das stimmt schon. Jedoch weiß ich, dass du mich sehr verletzt hast und ich gerade dabei bin, mit all dem abzuschließen. Wir wissen zwar beide nicht wie es weiter ginge, wenn wir wieder mehr befreundet wären, aber ich weiß, dass ich es nicht überleben würde, noch einmal so verletzt zu werden. Nicht von derselben Person.“ Rocco schaut mich irritiert an, so als ob er kein Wort verstanden hätte. Ich dachte ich hätte mich gerade so ausgedrückt, dass auch er es verstehen würde. Da habe ich mich wohl getäuscht. „Ich verstehe dich ja. Nur ich habe nicht vor, dich schon wieder zu verletzen. Ich entschuldige mich dafür. Ich weiß jetzt auch, wie sehr ich dich verletzt hatte. Es tut mir so leid. Ich wünsche mir so sehr, dass wir wieder zusammen sein können. Ich liebe dich und ich vermisse dich soo sehr. Meinst du nicht, du könntest es dir noch einmal durch den Kopf gehen lassen?“, meint er dann mit weinenden Augen. „Ich versuche mir, alles noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Versprochen!“, sage ich mit zittriger Stimme. Er dreht sich um und auch er verlässt mich ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Ich versuche ihm nicht nach zu sehen, sofern es gehen würde. Mein Blick kann ihn einfach nicht los lassen. Und plötzlich merke ich, dass ich renne und zwar in Richtung Rocco. „Warte! Ich hab es mir überlegt.“ Rocco dreht sich um und fragt: „Willst du mit mir zusammen sein?“ Ich spüre wie das Blut schon wieder in meine Wangen steigt und ich ertappe mich, wie ich sage: „So genau habe ich es mir zwar doch noch nicht überlegt. Aber ja, ja ich will mit dir zusammen sein!“ Rocco grinst, nimmt wieder meine Hände und küsst mich. Ich merke noch wie eine Träne meine Wange hinunter läuft und dann ist mir alles um mich herum egal. Ich will diesen Moment einfach nur noch genießen.  Als er aufhört mich zu küssen und ich meine Augen öffne, stehen wir beide in einem schwarzen Raum. Um uns herum ist nichts außer Leere. Ich sehe wie seine Knie zu Pudding werden und seine Hände anfangen zu zittern. Ich drehe mich um und laufe in eine Richtung. Rocco will mir folgen, doch er schafft es nicht. Plötzlich höre ich einen Knall und ich sehe wie er fällt. Ich sehe wie er in das schwarze, große Nichts fällt. Dann ein lauter, klarer Schrei. Und wieder ein lauter Knall. Plötzlich bemerke, dass auch ich falle. Ich fange an zu schreien. Ein helles Licht und ich schrecke auf. Ich hatte nur geträumt. Es war nur ein Albtraum. „Oder war es eine Vorhersage für mich und Rocco? Wollte mir der Traum etwas sagen?“, höre ich mich sagen. An meiner Zimmertür klopft es, die Tür geht auf und Rocco tritt ein. „Kleine es war nur ein Albtraum, der dir nichts sagen wollte. Glaub mir, so will ich nicht enden.“ Ich starre ihn an, so als ob er ein Monster wäre. Er setzt sich neben mich aufs Bett. „Es war nur ein Albtraum. Nur ein Albtraum.“ Er streicht mir über die Haare und mein Herz kommt langsam wieder in den normalen Rhythmus. In meinem Zimmer ist es stock dunkel und man hört nur das Ticken der Uhr. „Süße bitte beruhig dich wieder. Es ist alles gut.“ Rocco versucht mich weiter zu beruhigen und dann legt er sich auch noch neben mich. Mein Herz fängt wieder schneller an zu schlagen. Aber diesmal von der Nervosität und nicht von der Angst. „Erzählst du mir was du geträumt hast?“, fragt er mich. Ich schüttle den Kopf. „Nein, denn der Schluss macht mir nur wieder Angst und der Anfang ist zu peinlich.“ Rocco lacht und kitzelt mich aus. Lachend liegen wir nun auf dem Bett und ich denke mir, dass mein Traum vielleicht doch nicht ganz so abwegig war. Vielleicht würde aus uns doch nochmal was. Nur wenn wir uns wieder verstehen, warum verstanden wir uns vorher nicht? Oder warum hat es überhaupt angefangen? Waren wir für einander bestimmt? „An was denkst du?“, Rocco schaut mich fragend an. Was nun? Sollte ich ihm meine Gedanken offenbaren? Ich blicke in seine wunderschön geformten braunen Augen und versuche meine Fragen zu vergessen, denn wenn ich die ganze Zeit daran denke, werde ich nie ausschalten und es genießen können. „Kleine alles klar?“, er schaut mich noch viel fragender an, als vor einigen Minuten. Ich nicke und mir läuft der ganze Abend wie ein Film vorbei. Ich war gerade unter der Dusche, als meine kleinste Schwester mich stresste und ihre genauen Worte waren: „Du musst dich beeilen. Dein Traumprinz wartet unten auf dich. Los, los mach schon!“ Ich nervte mich, duschte schnell fertig, zog mich an und rannte die Treppe hinunter. Als ich in der Hälfte angekommen war, erkannte ich, dass es sich nicht wirklich um meinen Traumprinzen sondern um meinen Exfreund handelte. Also versuchte ich cool zu bleiben und ging langsam weiter die letzten Stufen hinunter. „Na hast du dich so gefreut mich zu sehen?“, sagte mein Exfreund namens Rocco, überheblich zu mir. Ich liebe ihn immer noch und vermissen kann man das was ich fühle nicht mehr nennen, aber das wollte ich ihm nicht sagen. Also meinte ich cool: „Wenn ich gewusst hätte, dass es sich bei meinem angeblichem Traumprinzen um dich handelt, wäre ich gar nicht erst gekommen.“ Roccos Grinsen verzieht sich zu einem Schmollmund. „Naja das können ja zwei ganz lange Wochen werden. Yoko er wird die nächsten zwei bis drei Wochen hier verbringen, weil seine Eltern eine Geschäftsreise machen müssen. Du wirst gar nicht mitbekommen das er hier ist. Also benimm dich!“, sagte meine Mutter und schaute mich dabei die ganze Zeit mit einem festen Blick an. Weil sie so witzig aussah, musste ich erst einmal lachen. Rocco ging neben mir vorbei und fragte mich ob er kurz das Bad benutzen darf. Immer noch lachend nickte ich. Ich folgte ihm, bis kurz vor der Badezimmertür. „Hey mit ins Bad darfst du nicht!“ Rocco schaute mich böse an. „Ich muss nur kurz noch Zähne putzen. Und ich weiß echt nicht, was du zu verheimlichen hättest!“, gebe ich zurück. Er tritt vor die Toilette und ich stelle mich vor das Spülbecken. Er fängt allen ernstes vor mir an zu pinkeln. Ich grinse und sehe wie er rot anläuft. Mit roten Wangen sieht er noch viel süßer aus als ohne. Später als ich schon im Bett lag, kam er in mein Zimmer um mir eine gute Nacht zu wünschen. Ich bedankte mich höflich und wünschte auch ihm eine gute Nacht. Dann schon bald schlief ich ein und träumte meinen etwas komischen Traum. „Yoko?“, Rocco schüttelt mich. „Ich werde dir sicher nicht erzählen, was ich mich gerade gefragt habe!“, schreie ich ihn an. Er schaut mich erschrocken an. „Ist ja gut. musst nicht gleich schreien.“ „Tut mir leid. Ich habe gerade nur gedacht, dass ich vorhin voll gemein zu dir war.“, ich schaue ihn etwas traurig an. Er schaut eher mitleidig. „Ich war ja nicht viel besser. Als wäre ich dein Traumprinz.“ Er grinst und ich muss auch anfangen zu grinsen. „Naja kann schon sein.“ Ich werde knallrot und er grinst gleich noch mehr. „Schön zu wissen, dass ich wenigstens von jemandem geliebt werde.“ Sein Grinsen verschwindet aus seinem Gesicht. Mir steigt Wasser in die Augen. „Das stimmt doch gar nicht. Deine Familie liebt dich ganz bestimmt auch. Und ich sagte nur es könnte sein, dass du mein Traumprinz bist. Ich sagte nicht, dass ich dich liebe.“ Eine Träne kugelt meine Wange herab. „Nimmt es dich einfach so mit oder liebst du mich wirklich?“, fragt er mich mit einem Hundeblick. Ich überlege und antworte: „Ich liebe dich. Ich habe noch nie jemanden so geliebt wie ich dich liebe. Ganz ehrlich?“ „Ja was ist?“ Er schaut wieder etwas glücklicher. Ich meine nur: „Ich vermisse dich so sehr! Ich wünschte dieser Streit zwischen uns hätte nie begonnen.“ Ich nehme seine Hand und versuche auf andere Gedanken zu kommen. Doch es funktioniert nicht und ich fange an zu weinen. Die Tränen laufen nur so meine Wangen hinunter. „Kleine hör bitte auf zu weinen. Du weißt, dass es mir leid tut und ich liebe dich doch auch. Ich schaffe es nur nicht, dir in die Augen zu schauen, weil ich dich so verletzt habe.“ Rocco ist den Tränen auch sehr nahe gekommen. „Ich wollte dich gerade fragen, ob ich einen Buchstaben mit drei Wörtern schreiben darf. “ Ich schaue ihn verwundert an. „Was?“ Er meint nur: „Ach nichts. Ich weiß es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir uns wieder so gut wie früher verstehen, jedoch will ich es riskieren und frage dich hiermit, ob du mit mir zusammen sein willst.“ Seine Augen funkeln so schön wie ich es noch nie sah. Das Braun war noch nie so fest und dunkel, seine Pupillen waren noch nie so groß und sie waren auch noch nie so weit geöffnet. „Ja ich will mit dir zusammen sein!“, schreie ich so laut es geht. „Psst, sei doch still. Wehe du verrätst es Vanessa.“ Ich nicke und wir legen uns wieder hin. Er deckt uns zu, während dem ich mich an ihn kuschle und er mir sanft einen Kuss auf die Wange gibt. „Ach und übrigens ich habe heute von dir geträumt. Ich habe geträumt, dass ich einen Albtraum hatte und du mich dann getröstet hast. Also eigentlich habe ich geträumt, dass ich geträumt hatte“, sage ich dann noch schnell zu Rocco. Er fängt an zu lachen. Ich auch. Und jetzt küsst er mich richtig. Es fühlt sich sogar besser an, als in meinem Traum.

Von Yasmina

Du hast auch Lust, uns Deine Geschichte zu schicken? Es muss keine Liebesgeschichte sein :o) Alle Geschichten sind willkommen!!!

Dann schick' Franka einfach per Mail Deine Geschichte! Am besten in einer Word-Datei. Bitte normale Anführungszeichen setzen, wie in der Schule. Bitte einen Namen angeben, unter dem Deine Geschichte veröffentlicht werden soll. Wenn du magst, kannst du auch Dein Alter angeben. Die Geschichte sollte höchstens 2-3 Seiten lang sein!
Adresse nicht vergessen, damit Franka Dir signierte Sammelautogrammkarte zuschicken kann!

Kennst Du schon unsere neue Website "Planet Girl". Dort gibt es Bücher NUR für Mädchen! Website unter www.planet-girl-verlag.de