Wer macht eigentlich die coolen Cover der FMFB?

Birgit Schössow - die Illustratorin der FMFB!

Birgit Schössow zeichnet TigerWann haben Sie mit dem Malen begonnen? Wollten Sie schon immer Illustratorin werden?
„Mein Vater war Malermeister und hat nebenher auch Bilder gemalt und so lag immer etwas zum Pinseln herum. Da war keine Leinwand vor mir sicher. Ich habe eigentlich schon immer Illustratorin werden wollen. Sozusagen bevor ich schreiben konnte. Eigentlich gab es für mich nie eine Alternative, die mich wirklich gereizt hat. Aber was ich mit dem Malen und Zeichnen beruflich würde anfangen können, wusste ich damals noch nicht. Mein Bruder, der ein bisschen älter ist, ist dann Illustrator geworden - da wurde mir erst klar, dass es diesen Beruf überhaupt gibt. Ich fand damals die Peanuts und Asterix und Obelix toll. Und Prinz Eisenherz war mein Held."

Wonach entscheiden Sie, was auf die Cover kommt? Wann kommen Ihnen die besten Ideen?
„Die Geschichten kommen ja, wenn ich nicht selbst einen Bilderbuchtext schreibe, in der Regel von den Autoren. Und da fällt mir dann - oft auch in Zusammenarbeit mit den Lektoren - eine passende Szene für das Cover ein. Ich halte die Augen auf und spitze die Öhrchen. Ich schau mir einfach an, was die Mädels für Klamotten anhaben. Um das herauszufinden, spioniere ich in Klamottenläden hinter ihnen her, um zu sehen, was ihnen so gefällt. Manchmal kaufe ich mir auch Teenagerzeitschriften. Die Verkäufer schauen mich dann meistens etwas komisch an. Aber schließlich lernt man nie aus und die Moden ändern sich ständig. Aber die Liebe und der ganze Herzschmerz drum herum haben sich nicht wesentlich geändert und Teenager war ich ja auch einmal! Manchmal habe ich das Gefühl, dass das gerade gestern war. Zum Glück ist das aber schon ein wenig länger her ... Oft fallen mir die Ideen für Cover ein, wenn ich entspannt in der Badewanne lümmle oder am Strand liege."

Was tun Sie, bevor Sie anfangen zu zeichnen?
„Ich setze mich oft an die Ostsee - da bekomme ich winters, wie sommers immer wieder feine Einfälle, wenn mir der salzige Wind um die Nase bläst."

Wie lange brauchen Sie für eine Arbeit?
„Ich bin eigentlich ziemlich schnell. Man nennt mich auch die Biene Mal mal! Und da die Leute vom Verlag da mitziehen, geht das prima!"

Können Sie vom Zeichnen leben?
„Ja, ich lebe wirklich und wahrhaftig vom Illustrieren - und bin immer wieder begeistert, dass etwas, das soviel Spaß macht, mein Beruf ist."

Arbeiten Sie nachts oder tagsüber? Brauchen Sie Ruhe oder Trubel zum Arbeiten?
„Ich arbeite je nach Laune - aber eher in den Abend hinein. Da ich allein arbeite, ist es eigentlich auch immer schön ruhig bei mir. Manchmal höre ich dabei Musik - Jazz, auch orientalische oder asiatische Musik -, aber meistens ist es ziemlich still. Im Moment meckert Tiger, meine Katze, weil unser Nachbarn den halben Tag damit verbringt, seinen Rasenmäher über den Vorgarten zu schieben - also ganz schön viel Streetlife in meinem Bullerbü!"

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?
„Nach einem Milchkaffee setze ich mich an den Computer, schaue, ob was im Postfach liegt, und koche mir einen zweiten Milchkaffee. Dann beginnt die Skizzenarbeit. Diese Entwürfe zeichne ich direkt in den Computer. Das funktioniert mit einem Grafiktablett, auf dem man mit einem, ich nenn’s mal „elektronischen Stift“ auf ein Grafiktablett zeichnet. Die Grafik erscheint dann auf dem Bildschirm. So kann man die Arbeiten auch bequem übers Internet verschicken. Nach dem dritten Milchkaffee schicke ich die Skizzen an den Verlag. Anschließend telefonieren dann die zuständigen Lektoren mit mir und wir besprechen den Umschlag. Nach weiteren Milchkaffees mache ich mich dann an die Ausarbeitung der Cover und versuche zwischendurch noch meiner Katze und mir etwas Nahrhafteres als Milchkaffee zu kochen."

Was würden Sie Menschen raten, die Illustrator werden wollen?
„Nur zu - es ist ein wirklich schöner Beruf. Allerdings muss man selbstständig arbeiten können. Das heißt, ohne dass einem jemand ständig sagt, was zu tun ist. Aber das ist ja eigentlich ziemlich prima. Ich bin nicht nur Illustratorin, sondern eine, wenn auch kleine, Unternehmerin - und das heißt, dass man sich um vieles kümmert, was mit dem Illustrieren gar nicht direkt etwas zu tun hat - aber auch das macht Spaß! Um die Aufträge muss man sich selbst kümmern. Etwa zu Buchmessen fahren und eine Mappe mit Arbeiten zusammenstellen, damit potentielle Auftraggeber sehen können, was man so macht. Ich habe in Hamburg im Bereich Kinder- und Jugendbuchillustration studiert. Das ist eigentlich eine ganz gute Grundlage. Beim Fernsehen habe ich eine Zeitlang auch gearbeitet und sehr viel dabei gelernt."