Martina Sahler

Rasende Reporterin für eine Tageszeitung, Studium der Germanistik und Anglistik, ein Volontariat beim Verlag und mehrere Jahre als angestellte Lektorin – Martina Sahlers Leben drehte sich immer schon ums Schreiben und um Bücher. Heute arbeitet sie als freie Lektorin, Ghostwriterin und Autorin von Jugendbüchern. „Mein Traum“, wie sie sagt, „weil das junge Mädchen in mir noch sehr lebendig ist und ich mich manchmal in einen Rausch hineinschreibe, der mich selbst überrascht. Die 13-jährige Martina und die 17-jährige haben noch eine Menge zu sagen, was sie damals ihren Tagebüchern nicht anvertraut oder wofür sie keine Worte gefunden haben.“
Auf die Frage, wie sie zu ihren Stoffen kommt, antwortet Martina Sahler lachend: „Ich komme nicht zu Stoffen - sie kommen zu mir. Ich höre sehr genau hin, wenn Leute Geschichten von sich erzählen - und spinne sie auf meine Art fort.“
Fürs Schreiben selbst braucht die Autorin absolute Ruhe: „Kein Rufen im Haus, kein Rasenmäher vor dem Fenster, keine Musik aus den Boxen. Nur das Getacker der Tastatur ist zu hören, wenn ich arbeite.“
So wirft die Muse ihr einen Kuss zu, an dem dann monatelang gearbeitet, gefeilt und geschliffen wird, bis Martina Sahler mit dem Ergebnis zufrieden ist. „Für den Rohtext brauche ich etwa zwei Monate. Das heißt, dann habe ich den Ablauf der Geschichte auf der Anzahl Seiten, die ich brauche. Das Überarbeiten und Feilen braucht noch einmal so lange. Ich suche immer nach der originellsten bildhaften Formulierung. Ich mag keine Standard-Metaphern und abgedroschene Phrasen. Ich mag lebendige Figuren mit einem detaillierten Innenleben. Für manche Beschreibungen von einer halben Seite brauche ich zwei Tage, bevor sie sich so anhören, wie es mir gefällt“, erzählt sie.
Sie trifft genau das Lebensgefühl ihrer Leserinnen, wie ihr ein Fan bestätigte: „Ein Mädchen wollte nicht glauben, dass ich schon über 40 bin, weil ich mich nach ihrer Meinung so ,unglaublich gut in Jugendliche hineinversetzen’ könne.“
Viele träumen davon, Schriftstellerin zu werden und fragen Martina Sahler oft, wie das geht. „Talent allein reicht nicht. Um Schriftsteller zu werden, braucht man vor allem eine gehörige Portion Disziplin. Man schreibt nicht nur, wenn einen die Muse küsst. Schriftsteller zu sein, bedeutet auch, manchmal ziehen und zerren zu müssen und seinen inneren Schweinehund zu überwinden. Einen guten Weg hat man hinter sich, wenn man das erste Mal ,Ende’ unter einen Roman schreibt. Einen Roman fertigzuschreiben und nicht einfach mittendrin abzubrechen ist die erste große Hürde.“
Und was macht Martina Sahler sonst so? „Ich lese natürlich viel, jogge und schwimme und gehe ins Fitness-Center. Außerdem koche ich gerne und liebe meinen Garten. Ich mache auch gern Musik - Keyboard, Gitarre -, aber nur, wenn keiner zuhört“, erzählt sie grinsend."

Homepage von Martina Sahler unter www.martinasahler.de